Ich habe die Freude als Teil der MAI:COMPANY Videoarbeiten zu dem Stück beizutragen.
Im Mai 2025 gründete die Choreografin Patricia Carolin Mai eine Company für Menschen, die sich für Tanz und Gemeinschaftsarbeit interessieren. So entstand die MAI:COMPANY mit mehr als hundert Menschen verschiedenen Alters, mit unterschiedlichen Berufen, Lebenskontexten, Biografien und Interessen. Seit Beginn der Spielzeit versammeln sie sich monatlich, um gemeinsam einer Frage nachzugehen: Welche Haltung habe ich zu meinem eigenen Körper und zu den Körpern anderer Menschen? Wo kommt diese Haltung her und was fange ich mit ihr an?
Gemeinsam mit Patricia Carolin Mai und ihrem künstlerischen Team untersuchen sie in Abend- und Wochenendproben, durch welche Praktiken sie sich von körperlichen Ein- und Zuschreibungen emanzipieren können. Sie befragen Gesten, Haltungen und Gewohnheiten und suchen nach Positionen zwischen Resilienz und Protest.
Sie greifen zum Rock und feiern die Individualität jedes einzelnen Körpers, der sich darunter verbirgt.
Als vor über einem Jahr die Idee zum Projekt ROCKOKO entstand, war bereits klar, dass die Teilnehmer*innen der Company nicht nur einen persönlich begründeten Widerstand thematisieren und mit anderen Menschen verhandeln würden. Wie sehr ROCKOKO jedoch in einer Zeit entstehen würde, in der politische Repressionen das Leben von Menschen bestimmen und vernichten, war in diesem Ausmaß nicht absehbar.
ROCKOKO ist demnach eine Zusammenkunft für Menschen, die sich nicht auf der Bühne versammeln können, weil ihnen das Grundrecht auf Sichtbarkeit und Präsenz bis heute verwehrt bleibt.